Wissen-Übersicht

Wie genau ist die Schneetemperatur?

raceday.ski rechnet die Schneetemperatur aus — und prüft sich laufend gegen echte Messstationen in der Schweiz und in Tirol. Wie das läuft und wie genau es ist.

Wir prüfen uns gegen echte Messungen

Die meisten Wachs-Empfehlungen schlagen die Lufttemperatur nach. raceday.ski rechnet stattdessen aus, wie warm die Schneeoberfläche ist — für deinen Hang, deine Höhe und deine Startzeit. Das ist die Zahl, auf die es beim Wachsen ankommt.

Eine ausgerechnete Zahl ist aber nur so viel wert wie ihre Kontrolle. Deshalb läuft im Hintergrund ein einfacher Abgleich: Alle zwei Stunden rechnet das Modell für jede Messstation den Wert aus, den es dort erwartet — und vergleicht ihn mit dem, was die Station tatsächlich gemessen hat. Jede Abweichung wird gespeichert. Das passiert automatisch, den ganzen Winter, ohne dass jemand nachhilft.

Wo das Modell danebenliegt, sehen wir es also — und zwar bevor du es auf der Piste merkst.

So prüft sich raceday.ski: Das Modell rechnet die Schneetemperatur für jede Messstation aus, die Station misst sie tatsächlich, und die Abweichung zwischen beiden wird gespeichert. Das läuft alle zwei Stunden, automatisch, über beide Messnetze.So prüfen wir uns — alle zwei StundenModellrechnetStationmisstAbweichungwird gespeichertalle 2 Stunden · automatisch · beide Messnetze

Wie genau ist das?

Die ehrliche Antwort hat zwei Teile.

Erstens: Wir veröffentlichen die Abweichung, die dieser Abgleich ergibt — offen und laufend aktualisiert auf der Genauigkeits-Seite. Dort steht, wie weit das Modell im Schnitt neben der Messung liegt, aufgeschlüsselt nach Tageszeit und Wetterlage. Auch dann, wenn die Zahlen uns nicht schmeicheln.

Zweitens: Genauigkeit ist kein einzelner Wert. Bei klarem Himmel und wenig Wind trifft das Modell die Schneetemperatur deutlich besser als bei Föhn, Regen oder rund um den Gefrierpunkt — dort wird jede Vorhersage unsicher, auch unsere. Deshalb bekommt jede Empfehlung ein Unsicherheitsband mitgeliefert (das „± X °C“ neben der Temperatur). Ein breites Band heisst nicht, dass wir schlecht gerechnet haben — es heisst, dass die Bedingungen an diesem Tag schwer auszurechnen sind, und dass du beim Wachsen etwas mehr Reserve einplanen solltest.

Was wir nicht tun: eine Genauigkeit behaupten, die wir nicht gemessen haben.

Wie wir das Modell entwickeln

Bevor eine Modellversion in Betrieb geht, rechnet sie 18 vergangene Winter am Messfeld Weissfluhjoch über Davos noch einmal durch — Stunde für Stunde, gegen die dort tatsächlich gemessene Schneeoberflächentemperatur. Das ist kein Betriebswert, sondern ein Prüfstand unter kontrollierten Bedingungen: ein flaches Messfeld, keine präparierte Rennpiste.

Der Prüfstand ist vor allem dazu da, Ansätze zu verwerfen. Ein Beispiel: Ein physikalisch elegantes Turbulenzmodell hätte den nächtlichen Wärmeaustausch bei Wind stärker dämpfen sollen. Am Prüfstand kühlte es den Schnee dann aber deutlich zu stark aus — der reale Austausch bricht bei Wind nicht so zusammen, wie die Theorie nahelegte. Der Ansatz wurde auf den windstillsten Fall beschränkt und sonst verworfen.

So entsteht Vertrauen: nicht dadurch, dass alles funktioniert, sondern dadurch, dass das, was nicht funktioniert, an den Messwerten scheitert und dann rausfliegt.

Woher die Messungen kommen

Wir messen nicht selbst — wir rechnen gegen die, die es seit Jahrzehnten tun. In der Schweiz sind das die automatischen Stationen des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF, in Österreich die des Lawinenwarndienstes Tirol. Zusammen über 270 Stationen im Hochgebirge, die im Winterhalbjahr rund um die Uhr Schnee- und Wetterdaten liefern.

Beide Netze stellen ihre Daten offen zur Verfügung. Das ist keine Selbstverständlichkeit und der Grund, warum es diese Seite überhaupt geben kann.

Messdaten: WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF (www.slf.ch), CC BY 4.0 · Datenquelle: Land Tirol - data.tirol.gv.at (LWD Tirol), CC BY 4.0.

Die Genauigkeits-Seite von raceday.ski zeigt die aktuellen Zahlen der Saison — offen und nach Bedingungen aufgeschlüsselt.

Direkt zum Wachsberater