Ski einlagern: So schützt du den Belag über den Sommer
Ski richtig einlagern: Warum du den Belag vor dem Sommer wachsen solltest, wie du vorgehst und was du am Saisonstart tun musst.
Warum Ski einwachsen vor dem Sommer?
Der Skibelag besteht aus UHMWPE (Polyethylen) — einem Kunststoff, der oxidiert, wenn er ungeschützt der Luft ausgesetzt ist. Über die Sommermonate trocknet ein ungewachster Belag aus, wird grau und verliert seine Gleitfähigkeit.
Eine dicke Schicht Wachs wirkt wie eine Schutzversiegelung. Sie verschliesst die Poren des Belags und verhindert, dass Sauerstoff eindringen und den Belag angreifen kann. Regelmässiges Wachsen erhält die Elastizität und Gleitfähigkeit des Belags über Jahre.
Die Folgen von falschem Einlagern: Ein grauer, stumpfer Belag, der sich rau anfühlt und kaum gleitet. Die Reparatur erfordert dann mehrfaches Grundwachsen oder sogar einen maschinellen Belagschliff.
Anleitung: Ski für den Sommer vorbereiten
Die Einlagerung dauert 15–20 Minuten pro Paar:
- 1. Gründlich reinigen: Belag mit Hot-Scrape-Methode saubern: Weiches Reinigungswachs aufbügeln, sofort warm abziehen. Alten Wachsrückstand und Schmutz entfernen.
- 2. Kanten pflegen: Rost mit feinem Schleifpapier (600er Körnung) entfernen. Optional dünne Schicht Kantenöl oder Rostschutz auftragen.
- 3. Weiches Grundwachs aufbügeln: Nimm ein weiches, universelles Grundwachs (z.B. Holmenkol Alpha Mix Yellow oder HWK LX Basewax Warm). Weiches Wachs dringt am besten in den Belag ein.
- 4. Dick auftragen: Im Gegensatz zum normalen Wachsen trägst du hier eine extra dicke Schicht auf. Mehrmals über den Belag bügeln, bis eine satte, gleichmässige Wachsschicht entsteht.
- 5. NICHT abziehen: Das ist der entscheidende Unterschied: Die Wachsschicht bleibt über den Sommer drauf. Nicht abziehen, nicht bürsten. Die Schicht ist der Schutz.
Die richtige Lagerung
Gewachste Ski richtig lagern:
- Trocken: Kein Keller mit hoher Luftfeuchtigkeit. Feuchtigkeit fördert Rostbildung an den Kanten.
- Kühl: Ideal sind 10–20°C. Nicht im heissen Dachboden — extreme Hitze über 50°C kann den Belag und die Verklebung verformen.
- Stehend oder liegend: Beides funktioniert. Stehend ist platzsparender.
- Bindung entspannen: Die Spannfeder der Bindung leicht lösen (Schraubendreher neben dem Vorderbacken). Das entlastet die Feder über den Sommer und erhält ihre Spannkraft. Voll gespannte Federn können über Monate an Spannkraft verlieren — das kann zu falschen Auslösewerten führen.
- Keine direkte Sonneneinstrahlung: UV-Strahlung beschädigt Belag und Topsheet.
Was tun am Saisonstart?
Wenn die neue Saison beginnt:
- 1. Wachsschicht abziehen: Mit der Plexiglas-Klinge die Sommerwachsschicht vollständig entfernen.
- 2. Grob ausbürsten: Nylonbürste, 15–20 Durchgänge, um alle Wachsreste aus der Struktur zu holen.
- 3. Belag prüfen: Sieht der Belag satt und dunkel aus? Gut — das Wachs hat seinen Job gemacht. Graue Stellen deuten auf Oxidation hin und brauchen einen zusätzlichen Wachsgang.
- 4. Frisch wachsen: Temperaturspezifisches Wachs für die ersten Bedingungen auftragen, normal abziehen und bürsten.
- 5. Kanten prüfen: Auf Rost oder Schäden kontrollieren. Bei Bedarf nachschleifen.
Tipp: Welches Wachs du für die ersten Pistenverhältnisse brauchst, berechnet dir der Wachsberater von raceday.ski.
Häufige Fehler beim Einlagern
Vermeide diese Fehler:
- Gar nicht wachsen: Der grösste Fehler. Ein ungeschützter Belag oxidiert über Monate und wird spröde.
- Zu dünne Wachsschicht: Lieber zu viel als zu wenig. Die Schicht muss den ganzen Sommer halten.
- Nass einlagern: Ski nach dem letzten Tag gut trocknen lassen. Restfeuchtigkeit unter dem Wachs führt zu Korrosion.
- Im heissen Auto lassen: Temperaturen über 50°C können den Belag und die Verklebung beschädigen.
Auch für Langlaufski und Tourenskier
Die Einlagerungsroutine gilt für alle Skitypen. Langlaufski mit ihrem empfindlichen Schliffbild profitieren sogar noch stärker von der Sommerwachsschicht. Tourenskier, die häufig Feuchtigkeit und Schmutz ausgesetzt sind, brauchen besonders gründliche Reinigung vor dem Einwachsen.
Bei Langlaufski mit Steigzone (Schuppe, Fell): Nur den Gleitteil wachsen — die Steigzone wird durch Wachs verschlechtert.
20 Minuten Aufwand im Frühling sparen dir stundenlange Reparaturarbeit im Herbst.
Bereit für die neue Saison? Der Wachsberater von raceday.ski findet das optimale Wachs für deinen ersten Skitag — basierend auf aktuellen Schnee- und Wetterdaten.
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